Neubau Direktion Volksbank BRAWO, Peine

Für die Direktion Volksbank BRAWO soll auf dem vorhandenen Grundstück in Peine am Markt ein Neubau errichtet werden. Aufgrund von grundlegenden Änderungen der Anforderungen an das Raumkonzept der Bank, ist geplant die Bestandsbauten aus den 1960-er und 1990-er Jahren abzubrechen und die Keller zu verfüllen.

Der Neubau soll neben Arbeitsplätzen für ca. 30 Mitarbeitende eine Kundenhalle mit 24/7-Betrieb erhalten und im Dachgeschoss einen bankinternen Veranstaltungsraum für ca. 160 Personen, der auch außerhalb der Banköffnungszeiten separat erschlossen werden kann.

Gewünscht ist ein wirtschaftliches und nachhaltiges Konzept für ein modernes Bankgebäude im 21. Jahrhundert mit flexiblen und lichtoffenen Räumen. Für die Ausführung wird eine Klassifizierung nach dem DGNB-Standard Gold angestrebt als Beispiel für klimagerechtes Bauen.

Für die Direktion Volksbank BRAWO soll auf dem vorhandenen Grundstück in Peine am Markt ein Neubau errichtet werden. Aufgrund von grundlegenden Änderungen der Anforderungen an das Raumkonzept der Bank, ist geplant die Bestandsbauten aus den 1960-er und 1990-er Jahren abzubrechen und die Keller zu verfüllen.

Der Neubau soll neben Arbeitsplätzen für ca. 30 Mitarbeitende eine Kundenhalle mit 24/7-Betrieb erhalten und im Dachgeschoss einen bankinternen Veranstaltungsraum für ca. 160 Personen, der auch außerhalb der Banköffnungszeiten separat erschlossen werden kann.

Gewünscht ist ein wirtschaftliches und nachhaltiges Konzept für ein modernes Bankgebäude im 21. Jahrhundert mit flexiblen und lichtoffenen Räumen. Für die Ausführung wird eine Klassifizierung nach dem DGNB-Standard Gold angestrebt als Beispiel für klimagerechtes Bauen.

Die Herausforderung

„Im Mittelpunkt des Entwurfs stand die Herausforderung, ein Konzept zu schaffen, das sowohl den besonderen Charakter des Marktplatzes als auch die Bebauung am Windmühlenwall entlang sensibel aufgreift und zugleich einen behutsamen Umgang mit Natur und Nachhaltigkeit verfolgt.“

Robert Leiding

Eine umfassende Analyse des Stadtraums mit den vorhandenen Strukturen sowie den örtlichen Gegebenheiten ermöglichte die Entwicklung und Ausarbeitung des Konzepts als Grundlage für den Entwurf.

Städtebaukonzept

Der Entwurf für die Volksbank BRAWO entwickelt sich aus der historischen und heterogenen Struktur des Marktplatzes in Peine und setzt sich intensiv mit den städtebaulichen Gegebenheiten der beiden angrenzenden Stadträume „Am Markt“ und „Am Windmühlenwall“ auseinander. Die umliegende Bebauung ist geprägt von denkmalgeschützten Gebäuden, Ziegel- und Putzfassaden sowie einer abwechslungsreichen Fassadengliederung, die trotz ihrer Vielfalt ein harmonisches Gesamtbild erzeugt. Der Neubau greift diese Charakteristika auf und interpretiert sie in einer zeitgemäßen Architektursprache.

Der 3,5-geschossige Baukörper „Am Markt“ orientiert sich in Trauf- und Firsthöhen an der Nachbarbebauung und fügt sich mit seiner klar gegliederten Lochfassade sensibel in das historische Umfeld ein. Die stehenden Fensterformate und die Verwendung von Ziegelmaterial knüpfen an die umliegenden Gebäude an, während abgeschrägte Ziegelleibungen den Tageslichteinfall optimieren und der Fassade eine eigenständige, moderne Ausprägung verleihen. Die Mittelbetonung durch ein Zwerchhaus nimmt typische Motive der Nachbarbebauung auf und setzt zugleich einen dezenten architektonischen Akzent für den Auftritt der Volksbank am Markt.

Zum Windmühlenwall reagiert der Entwurf mit einem kleineren, 2,5-geschossigen Baukörper im Stadtvillenstil, der die kleinteilige Bebauungsstruktur, die Baumallee und den grünen Straßenraum der Umgebung aufnimmt. Die Gestaltung des „Hauses Am Wall“ entwickelt sich aus den Motiven des Hauptgebäudes, formuliert diese jedoch maßstäblich zurückhaltender, insbesondere in der Dachgestaltung mit Einzelgauben. Beide Baukörper werden durch einen eingeschossigen Verbindungsbau zusammengeführt, der gleichzeitig eine räumliche Fassung und Abschirmung zur Nachbarbebauung bildet.

Im Zentrum des Grundstücks entsteht der „Volksbank Hofgarten“. Dieser dient nicht nur der Erschließung der Bankhalle im 24/7-Betrieb und der Verbindung zu den Stellplatzflächen am Windmühlenwall, sondern schafft zugleich einen klimaresilienten und begrünten Aufenthaltsbereich. Bäume, Pflanzbeete und Aufenthaltsflächen bieten Mitarbeitenden und Kunden vielfältige Nutzungsmöglichkeiten.

Konzeption Neubau

Die vertikale Nutzungsverteilung staffelt sich von öffentlich zu privat. Im Erdgeschoss können die meisten Flächen 24/7 von den Kunden der Volksbank genutzt werden, während die Büro- und Beratungsflächen in den oberen Geschosse mit den Beratungsräumen für die Kunden nur während der Öffnungszeiten zugänglich sind. Optional könnte das Haus am Windmühlenwall eine Unterkellerung erhalten, um weitere Lager und Technikflächen zu schaffen.

Der Entwurf setzt auf Transparenz, Tageslicht und flexible Arbeitsbereiche. Die öffenbare Glasfassade im Wandelgang schafft in den Sommermonaten einen fließenden Übergang zwischen Innen- und Außenraum, während der Laubengang einen konstruktiven Sonnenschutz bildet. In den Obergeschossen fördern helle Flurbereiche, Meeting-Points sowie flexibel nutzbare Open-Space- und Einzelbüros Kommunikation, Austausch und konzentriertes Arbeiten gleichermaßen.

Im Dachgeschoss befindet sich ein flexibel teilbarer Veranstaltungssaal der über das Haupttreppenhaus mit Aufzugsanlage auch außerhalb der Banköffnungszeiten zugänglich ist. Oberlichter im Veranstaltungssaal, sowie eine Loggia mit Dachterrasse zum „Volksbank-Hofgarten“ , stärken die Aufenthaltsqualität. Die Materialwahl mit rotbraunem Ziegel und dunkler Schieferdeckung orientiert sich an der regionalen Architektur und fügt den Neubau harmonisch in das historische Umfeld ein.

Skizzen und Zeichnungen

Freianlagenkonzept

Der Innenhof schafft die Verbindung zwischen der Bankhalle und dem südlichen Zugang von den Fahrrad- und PKW-Stellplätzen und stellt auch zeitgleich einen Aufenthaltsort zum Verweilen dar. Somit ist der Hofgarten nicht nur Erschließungsbereich, sondern bildet ein grünes Zentrum, welches ebenfalls die Aufenthaltsqualität im Gebäude durch das Zusammenspiel von Innen- und Außenraum stärkt.

Das Konzept für die Freianlagenplanung beinhaltet folgende Ansätze:

  • Zonierung des Innenhofs durch Retentionsbeete mit artenreichen Stauden sowie klimaresilienten Bäumen und Großsträuchern zur Verschattung und Verbesserung des Mikroklimas
  • Aufenthaltsbereiche mit Sitzbänken, Pausentisch und begrünten Raumkanten für Mitarbeitende und Kunden
  • Begrünung der Grundstücksgrenzen und Fassaden mit Efeuhecken, Blütengehölzen und Rankanlagen zur gestalterischen Einbindung der Nachbarbebauung
  • Durchgrünte Stellplatzanlagen mit Amberbäumen, Heckenpflanzungen und versickerungsfähigen Belägen zur ökologischen Aufwertung
  • Intensive Dachbegrünungen als Wasserspeicher sowie Dachterrasse mit Holzsteg, Sitzbereichen und Pergolen als Aufenthaltsort für Mitarbeitende

Nachhaltigkeit/Wirtschaftlichkeit

Das Gebäudekonzept verfolgt einen ganzheitlich nachhaltigen Ansatz mit langlebigen, recyclingfähigen Materialien nach dem „Cradle-to-Cradle“-Prinzip und einem Fokus auf geringe CO₂-Emissionen sowie niedrige Unterhaltskosten. Die Energieversorgung erfolgt effizient über Fernwärme, Solarstrom und Wärmerückgewinnungssysteme mit dem Ziel einer weitgehend eigenständigen Energieversorgung. Ergänzt wird das Konzept durch natürliche und mechanische Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung, die ein gesundes und energieeffizientes Raumklima gewährleisten. Durch den „Volksbank-Hofgarten“ wird zudem der Wasserhaushalt durch Versickerungs- und Speicherflächen optimiert und die Verschattung und Begrünung geregelt.

Zur Förderung einer nachhaltigen Bauweise wurden zudem folgende Elemente berücksichtigt:

  • Holz-Beton-Verbunddecken (Hybriddecken), um den Stahlbeton und Bewehrungsstahl-Anteil zu reduzieren
  • Lehmputze (feuchteregulierendes Raumklima)
  • Lehm-Trockenbauwände (feuchteregulierendes Raumklima)
  • Schiefer-Dachdeckung mit flächenbündigen Solarmodulen
  • Intensive Dachbegrünung auf Flachdächern als Retentionsgründächer/Wasserspeicher und Gartenanlage zur Steigerung der Biodiversität und Klimaresilienz

Das Ergebnis

Aus der intensiven Auseinandersetzung mit dem Stadtraum und seinem Umfeld entstand ein Entwurf, der sich in die Struktur rund um den Marktplatz einfügt und gleichzeitig eine moderne, eigenständige Haltung zeigt, ohne dabei fremd zu wirken.

Die Vorgaben der Auftraggeber hinsichtlich der Anzahl der Arbeitsplätze sowie die Anforderungen an Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit wurden konsequent berücksichtigt und weiterentwickelt. So entstanden unter anderem flexibel nutzbare Flächen sowie ein Energiekonzept mit besonderem Fokus auf nachhaltige Gebäudetechnik.

Ein wesentlicher Schwerpunkt lag zudem auf der freiraumplanerischen Gestaltung: Ein großzügiger Grünraum ergänzt das stark versiegelte Umfeld und schafft einen wertvollen Beitrag zur städtebaulichen Klimaresilienz und Aufenthaltsqualität.

projekt details

Bauherr

Volksbank BRAWO eG

Leistungen

Wettbewerb
LP 1-2

Termine

10/2025 - 12/2025

Kennwerte

NRF: 2.041 m²
BGF: 2.445 m²
BRI: 9.448 m³

Copyright

Visualisierungen:
MACINA digital film GmbH & Co.Kg
Freianlagenkonzept:
Lohaus Carl Köhlmos PartGmbB

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