Technische Universität Clausthal

Chemie-Campus:
Neubau und Sanierung im Hochschulbestand

Das Land Niedersachsen beabsichtigt für die Technische Universität Clausthal die Entwicklung eines zentralen Chemie-Campus, der künftig sämtliche Institute der Chemie an einem Standort bündelt.

Die Institute für Organische, Physikalische und Technische Chemie sind bereits im Gebäude 1800 angesiedelt, das gemeinsam mit dem Horst-Luther-Hörsaal (Gebäude 1810) und dem Praktikumsneubau (Gebäude 1840) ein funktional verbundenes Ensemble bildet. Ziel der Maßnahme ist es, auch das Institut für Anorganische und Analytische Chemie an diesen Standort zu verlagern und die chemischen Institute vollständig zu zentralisieren.

 

Die bestehende Kindertagesstätte „Bärenhöhle“ wird durch einen Erweiterungsbau zur Unterbringung einer Kita-Gruppe mit 25 Kindern, dazugehörigem Sanitärbereich und Garderobe sowie einem Bewegungsraum ergänzt. Die Erweiterung realisiert die räumliche Verbindung der bisher solitären Bestandsbaukörper, die Anfang der 1970er-Jahren als Pfarrhaus (Haus 1) und Gemeindehaus (Haus 2) für eine Kirchengemeinde errichtet wurden. Die zentrale Positionierung des Haupteingangs im Neubau unterstützt die Wahrnehmung der Kita als Gesamtensemble.

Bedingt durch die räumliche Ausgangssituation wurde der Erweiterungsbau analog zu den Bestandsbauten ebenfalls in eingeschossiger Bauweise mit Flachdach ausgebildet. Die Wandkonstruktion wurde jedoch nicht in Massivbauweise, sondern als Holzrahmenbau errichtet, um eine möglichst kurze Bauzeit zu erzielen. Im Gegensatz zu den ockergetönten Ziegelfassaden im Bestand, wurde der Neubau mit einer vertikalen, farblich vorbehandelten Bekleidung aus Lärchenprofilschalung bekleidet. Im Rahmen weiterer Bauabschnitte zur energetischen Ertüchtigung sollen die Bestandsfassaden eine ebensolche Holzbekleidung erhalten.

Das Farbkonzept im Gebäudeinneren ist von holzsichtigen Oberflächen und Grüntönen geprägt, um eine freundliche, kindgerechte und naturbezogene Atmosphäre zu schaffen. Die farbigen Elemente finden sich in den Bodenbelägen, Wandfliesen sowie Tür- und Fensterrahmen wieder. Gruppen- und Bewegungsraum verfügen über direkte Zugänge zum Außenbereich. Zum Spielhof hin ist eine Überdachung vorgesehen, sodass der Außenraum auch bei Regenwetter genutzt werden kann.

Die Herausforderung

„Die geplante Maßnahme vereint Bestandssanierung, funktionale Neuordnung und Neubau in einem komplexen Hochschulumfeld.“

Thomas Stricker

Im Rahmen des Projekts werden die Gebäude 1800 und 1810 vollständig entkernt und grundlegend saniert. Dabei sind sowohl hochinstallierte Laborbereiche als auch Hörsaal- und Büroflächen unter aktuellen technischen, energetischen und sicherheitsrelevanten Anforderungen neu zu organisieren.

Der zusätzliche Flächenbedarf wird durch einen dreigeschossigen Erweiterungsbau gedeckt, der unmittelbar an die bestehenden Gebäude angebunden wird. Dieser Neubau nimmt insbesondere zusätzliche Praktikumsbereiche für die Anorganische und Organische Chemie auf.

Städtebau und Campusstruktur

Die Gebäude 1800 und 1810 sowie das Baufeld des geplanten Neu- bzw. Erweiterungsbaus (Gebäude 18xx) befinden sich entlang der Leibnizstraße im sogenannten Feldgrabengebiet der TU Clausthal.

Die zukünftige Haupterschließung des Chemie-Campus erfolgt über einen zentralen Vorplatz, der als identitätsstiftender Eingangsbereich dient. In diesem Zusammenhang werden bestehende Wege- und Straßenführungen angepasst und erweitert, um eine klare Orientierung und verbesserte Erreichbarkeit zu gewährleisten.

Auf der rückwärtigen Seite des Ensembles befindet sich das bestehende Chemikalienlager (Gebäude 1830), das funktional angebunden wird und den Campus infrastrukturell ergänzt.

Die Neuordnung schafft einen klar strukturierten Gebäudekomplex mit kurzen Wegebeziehungen zwischen Forschung, Lehre und Praktikum.

Durch die Entkernung und Sanierung der Bestandsgebäude werden flexible, zukunftsfähige Raumstrukturen ermöglicht. Der Erweiterungsbau fügt sich als funktionale Ergänzung in das Ensemble ein und stärkt dessen bauliche Präsenz entlang der Leibnizstraße.

Die bauliche Verdichtung am bestehenden Standort steht für eine nachhaltige Campusentwicklung und den verantwortungsvollen Umgang mit vorhandener Bausubstanz.

Das Ergebnis

Mit der Entwicklung des Chemie-Campus entsteht ein leistungsfähiges Zentrum für Forschung und Lehre, das sämtliche chemischen Institute der TU Clausthal an einem Ort vereint.

Die Kombination aus umfassender Bestandssanierung, funktionaler Neuorganisation und gezielter Erweiterung stärkt die wissenschaftliche Infrastruktur nachhaltig und schafft eine klare räumliche Identität für die Chemie am Standort.

projekt details

Bauherr

Staatliches Baumanagement Südniedersachsen

Leistungen

Objektplanung Hochbau, LP 2- 8

Termine

Baubeginn 06/2024

Kennwerte

-

Copyright

Fotos/Pläne: STA

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